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Das Auge - die Kamera des Menschen
Das Auge - wie ist es aufgebaut?
Störungen
Wenn's unscharf wird - Kurz- und Weitsichtigkeit, Stabsichtigkeit, Altersichtigkeit
Das Auge - die Kamera des Menschen

Es war im 17. Jahrhundert als die ersten Fotoapparate erfunden wurden. Erstmals war es damit der Menschheit möglich, Augenblicke festzuhalten. Es war der Beginn, ein erster Schritt auf einem langen Weg bis in unsere heutige Medienwelt der bunten und bewegten Bilder.

Diesen langen Weg hatte zu diesem Zeitpunkt die Natur schon längst hinter
sich, denn das Auge ist eine der kompliziertesten und zugleich effektivsten Entwicklungen der Schöpfung überhaupt. Es trägt all die optischen Gesetzmäßigkeiten in sich, setzt sie um, wendet sie konsequent an, die sich die Erfinder und Wissenschaftler der ersten Kameras und Teleskope erst mühsam erarbeiten mussten. Wie so oft – die Menschheit war im Erfinden nur “zweiter”, die Natur einfach schneller – und auch noch besser!
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Das Auge - wie ist es aufgebaut?

Im Grunde ist das Auge wirklich nichts anderes als eine Art Kamera.

Das Auge besteht aus einer kugelförmigen Hülle, die aus mehreren Schichten aufgebaut ist. Wie bei einer Kamera liegt das Objektiv, also das gesamte optische System, vor der Filmebene. Beim Auge entspricht dies der lichtbrechenden Hornhaut, der Regenbogenhaut (Iris) und nicht zuletzt der Linse. Um optimal sehen zu können, müssen zwei Dinge stimmen: die Helligkeit und die Schärfe. Für die Steuerung der Helligkeit ist die Regenbogenhaut zuständig. Sie liegt unmittelbar vor der Linse. Wird es draußen zu hell, verengt sie sich, lässt so weniger Licht ins Auge hinein. Genauso umgekehrt: Reicht die Umgebungshelligkeit nicht mehr aus, vergrößert sich ihr Durchmesser. Ein ungemein ausgeklügeltes System - vergleichbar mit der Blendenautomatik einer modernen Kamera. Nur, dass das Auge auch hier wesentlich mehr schafft.

Für die Schärfe zeichnet vor allem die Linse verantwortlich. Zwar wird das Licht bereits beim Passieren der durchsichtigen Hornhaut abgelenkt, die Linse aber macht aus den einfallenden Strahlen erst ein scharfes Bild. Je nachdem, ob es sich um ein nahe vor dem Auge gelegenes Objekt oder den Blick in die Ferne handelt. Die Linse verändert ihre Brechkraft immer genau so, dass diese Strahlen exakt gebündelt werden, und zwar auf der Netzhaut. Die Linse selbst ist weich und beweglich. Und genau das ist ihre (Seh-)Stärke. Je mehr sie sich wölbt, damit also einer Kugel gleicht, desto stärker wird das Licht gebündelt - wie bei einem starken Brennglas. Je mehr sie sich aber abflacht, desto weniger wird der Weg des Lichts verändert. Möglich wird dies wieder durch Muskeln, die mal weniger, mal mehr an den Rändern der Linse ziehen und sie dadurch in die gewünschte Form bringen.

Die Netzhaut wandelt die eintreffenden Lichtimpulse in Nervensignale um und leitet sie über den Sehnerv ans Gehirn weiter. Doch sie kann noch viel mehr. So ist sie bereits in der Lage, Bewegungen von Gegenständen hervorzuheben oder Kontraste zu verstärken. Geleistet wird dies von den etwa 130 Millionen Sehzellen. Am dichtesten stehen sie in der so genannten “Makula”, dem Zentrum des schärfsten Sehens. Nur wenn die Bilder von außen hier scharf ankommen und von den Sehzellen richtig in Nervenimpulse übersetzt werden, ist es beispielsweise möglich, zu lesen. Die Netzhaut ist maximal einen halben Millimeter dick und unterteilt sich ihrerseits in neun Schichten. Größte Sehpower auf engstem Raum also.

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Störungen
Grundsätzlich können Probleme in jedem Abschnitt des Auges auftreten und damit zu einer Beeinträchtigung des Sehens führen. Dies kann sowohl das optische System betreffen, also das Objektiv, als auch die Netzhaut bzw. den Sehnerv, sprich: den empfindlichen Film. Die Folgen sind immer die gleichen: Man sieht schlechter, wenn auch die Beschwerden und Einbußen ganz unterschiedlich sein können.
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Wenn’s unscharf wird - Kurz- und Weitsichtigkeit, Stabsichtigkeit, Alterssichtigkeit

Bei den Fehlsichtigkeiten oder Sehfehlern können vier Formen unterschieden werden.

1. Kurzsichtigkeit (Myopie)
2. Weitsichtigkeit (Hyperopie)
3. Stabsichtigkeit (Astigmatismus)
4. Alterssichtigkeit (Presbyopie)

1. Kurzsichtigkeit: Der kurzsichtige Mensch sieht gut in der Nähe, aber schlecht in der Ferne. Die Ursache dieses Berechungsfehlers liegt entweder in einem zu langen Augapfel oder in einer zu großen Brechkraft der Hornhaut. Der Brennpunkt der Abbildungen liegt nicht genau auf, sondern vor der Netzhaut. Der Betroffene kneift beim Blick in die Ferne die Augen zusammen. Er begegnet auf der Straße Bekannten, ohne sie jedoch zu erkennen. Die Kurzsichtigkeit wird meistens mit einem streuenden Brillenglas oder einer Kontaktlinse (Konkav- oder Minusglas) korrigiert.

2. Weitsichtigkeit: Der weitsichtige Mensch hat entweder einen zu kurzen Augapfel oder eine zu geringe Hornhautbrechkraft. Der Brennpunkt der Abbildungen liegt nicht genau auf, sondern hinter der Netzhaut. Wenn es ihm noch gelingt, in der Nähe scharf zu sehen, dann nur um den Preis einer erhöhten Anstrengung. Diese zusätzliche Mühe führt oft zu Kopfschmerzen und Ermüdung. Sie treten in der Regel abends und nach der Arbeit auf. Die Weitsichtigkeit wird mit einem sammelnden Brillenglas oder einer Kontaktlinse (Konvex- oder Plusglas) korrigiert.

3. Stabsichtigkeit: Oft ist eine ungleiche Krümmung der Hornhaut als auch der Augenlinse Ursache für unscharfes Sehen. Die Hornhautoberfläche ist nicht - wie sie eigentlich sein sollte - halbkugel-, sondern eiförmig. Horizontale, vertikale oder schräge Linien werden nicht deutlich wahrgenommen. Der so genannte “Astigmatismus” kann mit anderen Sehfehlern verbunden sein. Die Hornhautverkrümmung wird mithilfe eines speziellen Brillenglases oder einer Kontaktlinse korrigiert, deren Kurven die Krümmung der Hornhaut ausgleichen.

4. Alterssichtigkeit: Die Alterssichtigkeit ist eine natürliche Entwicklung des Sehens, von der jeder Mensch ab dem vierten Lebensjahrzehnt betroffen ist. Die Augenlinse büßt dabei an Elastizität ein. Damit lässt die Fähigkeit allmählich nach, sich auf unterschiedliche Entfernungen in der Nähe einzustellen.

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